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LESETIPP Zehn unbekümmerte Anarchistinnen (28.11.2018)

Zehn unbekümmerte Anarchistinnen / Daniel de Roulet. – Limmat Verlag, 2017. – ISBN 978-3-85791-839-1

Im Gestell unter: ROUL Buch Belletristik Erwachsene, auch als eBook verfügbar.

 

Zum Inhalt:

1872 weilt Bakunin in der Uhrenstadt Saint Imier im Schweizer Jura, wo die Antiautoritäre Internationale gegründet wird. Zehn Frauen werden von den Freiheitsideen angesteckt und beschliessen, nach Südamerika auszuwandern, um dort ein herrschaftsfreies Leben auszuprobieren. Als Kriegskasse beschafft sich jede eine Longines 20A.
Zwar beginnt es schlecht, von den beiden vorangegangen Frauen, dem Liebespaar Colette und Juliette, trifft bald die Nachricht ihres gewaltsamen Todes ein. Trotzdem machen sich die andern acht auf den Weg. Mit einem Schiff, auf dem auch Verbannte der Pariser Kommune eingesperrt sind und auf dem Émilie bei einer Geburt stirbt, gelangen die übriggebliebenen sieben nach Punta Arenas in Patagonien, wo sie gemeinsam eine Bäckerei und eine Uhrmacherwerkstatt aufbauen. Sie trotzen machistischen Kolonialbeamten und verfolgen in Freiheit ihr Liebesleben, jede nach ihrem Geschmack.
Auf der Basis historischer Dokumente und mit Hilfe seiner Imagination erzählt Daniel de Roulet das Schicksal von zehn Frauen, die in einer Zeit, die ihnen nichts zu bieten gewillt war, die Freiheit suchten.

 

Lesetipp von Verena Menz:

Wussten Sie, dass es im 19. Jahrhundert Frauen gab, die den Mut hatten, ohne männliche Begleitung, dafür mit einigen Kleinkindern im Schlepptau, nach Südamerika auszuwandern? Ich wusste das jedenfalls nicht und war fasziniert von dieser Geschichte der zehn jungen Jurassierinnen, die ihren ganz eigenen Weg gegangen sind.

Alle mit einer Berufsausbildung ausgestattet – zum grössten Teil Berufe in der Uhrenindustrie, aber auch eine Bäckerin und eine Schneiderin sind dabei – realisieren sie bald, dass sie dennoch in der konservativen Schweiz wenig Chancen auf eine freies und selbstbestimmtes Leben haben. Die Abenteuer, die sie in der Folge erleben, sind erstaunlich und gehen leider nicht immer gut aus: Der Untertitel "Dix petites anarchistes" des französischen Originals spielt auf das bekannte Kinderlied von den "10 kleinen Negerlein" an – es werden immer weniger. Zum Schluss bleibt nur eine übrig, Valentine, die dann eben auch diese Geschichte im Rückblick erzählt.

Ein besonderes Stück Schweizer Geschichte, welches den meisten von uns wahrscheinlich kaum bekannt ist, wird in diesem historischen Roman spannend und mitfühlend erzählt.

Buchcover Zehn unbekümmerte Anarchistinnen
 

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