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LESETIPP Die langen Abende (10.07.2020)

Die langen Abende / Elizabeth Strout. - Luchterhand Verlag, 2020. - 978-3-630-87529-3

Im Gestell unter: STRO Buch Belletristik Erwachsene

Inhalt                                                                                                                                          

Eigentlich hat Olive die langen hellen Sommerabende in Maine immer geliebt. Aber sie werden gefühlt lang und länger, seid ihr Mann Henry gestorben ist und sie allein im Haus oder vor dem Haus sitzt und in den langsam sich verfärbenden, eindunkelnden Himmel schaut… (Cover)

Olive Kitteridge beginnt eine Beziehung mit dem dickbäuchigen Witwer Jack, einst schlanker Professor in Harvard, der genau so einsam ist wie sie. Wenn sie sich zanken, sehnen sie sich mit fast kindlichem Trotz nach ihren früheren Partnern. Meist allerdings sind sie zufrieden, ja sogar glücklich. Sie haben genug Geld und die derbe Olive lernt, sich verwöhnen zu lassen. Vom Erste Klasse-Flug bis zur Pediküre freut sie sich über Annehmlichkeiten, für deren Genuss sie andere Menschen früher verachtet hatte.

Olive ist eine etwas übergewichtige, pensionierte Lehrerin mit der Berufskrankheit, alle anderen auf ihre Fehler aufmerksam zu machen. Sie hat mehrere Generationen Kinder von Crosby unterrichtet, darum weiss sie so ziemlich alles über die Bewohner der Stadt. Zum Beispiel: Wie die Ehen gelaufen sind, wie die Kinder erzogen wurden und wer wie mit welchen Schicksalsschlägen fertig wurde oder nicht.

Immer wieder ist Olive in diesem so malerischen Ort am Meer unterwegs, in dessen Häusern sich ebenso viel Unglück, Wut und Verlogenheit versteckt wie überall sonst auf der Welt.

Lesetipp von Susanne Burkhalter                                                                                   

Das Alter, die Liebe, die Angst vor dem Sterben und die Einsamkeit stehen im Mittelpunkt dieses nur scheinbar leichtfüssig erzählten Romans. Elizabeth Strout schreibt das Alter und die Liebe unter Senioren nicht künstlich schön. Dazu ist diese Autorin zu pragmatisch, zu unsentimental und zu nah am realen Leben.

Ausgerechnet die ruppige Olive, der viele Leute im Städtchen aus dem Weg gehen, ist oft zur Stelle, wenn Menschen vom Unglück bedroht werden. Auch von diesen Menschen erzählt der Roman in kleinen Episoden und macht ihn vielschichtig und vor allem nie langweilig.

Ich empfehle dieses Buch allen, die gerne hinter die ach so malerische Kulisse eines Kleinstädtchens schauen möchten. Ob die barsche Olive dem Leser oder der Leserin ans Herz wachsen wird? Da hilft nur ausprobieren und dies mit offenem Ausgang…

 

Abgebildet ist das Cover mit dem langsam sich verfärbenden, eindunkelnden Himmel, Strand mit Gartenzaun und tosendem Meer.
 

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